Wie Sie den Kampf gegen Schnecken gewinnen

Unersättliche Nacktschnecken können richtige Spielverderber im Garten sein. Vor allem im Frühjahr, wenn man sehnsüchtig dem Neuaustrieb der Stauden und Blumenzwiebeln entgegenfiebert, leisten Schnecken bei entsprechend feuchten Standortbedingungen schon in einer Nacht ganze Arbeit. Junge Hosta sind durchlöchert und legen diesen Schrotschuss-Look bis zum Herbst nicht ab. Andere Stauden wie Campanula werden komplett abgefressen und können sogar absterben.

Die Schneckeninvasion kann ganz unterschiedlich stark ausfallen. In einem besonders regenreichen Frühjahr kann eine ganze Schneckenarmada über die Gärten herfallen. Fällt das Frühjahr, nach einem langen und harten Winter, trockener aus, ist die Folge ein deutlich geringerer Fraßdruck. Allerdings kann dann der Sommer noch die eine oder andere Schneckenüberraschung bringen. Denn Schnecken kennen keine festen Paarungszeiten. Sie mehren sich rund ums Jahr.

Ungewöhnlich ist auch die Lebensrhythmik der immerhungrigen Schädlinge. Schnecken sind eigentlich bewegungsscheu. Wissenschaftliche Videoaufnahmen aus England belegen, dass Schnecken nur 4 % ihres Tagwerkes zum Fressen nutzen. 68 % der Zeit ruhen sie sich aus, 27 % sind sie auf Achse. Dabei können sie 10 m am Tag schaffen. Dieser Aufwand reicht allerdings aus, um Blumenbeete dem Erde gleichzumachen.

Wir nennen Ihnen im folgenden einige Erfolgsrezepte, mit denen Sie gegen die gefräßigen Gartengäste ankämpfen können.
Doch vielleicht müssen Sie das gar nicht, wenn Sie Pflanzen für Ihren Garten wählen, die weniger gefährdet sind.

Welche Pflanzen sind gefährdet?

Stark gefährdete Pflanzen

Bechermalve (Lavathera), Brennende Liebe (Lychnis), Chrysantheme, Eisenhut, Fetthenne (Sedum spectabile), Glockenblumen, Indianernessel (Monarda), Katzenminze, Kreuzkraut (Ligularia), Nelkenwurz (Geum), Ochsenzunge (Anchusa), Rittersporn, Salbei, Sonnenblume, Türkenmohn (Papaver).

Wenig gefährdete Pflanzen

Akelei, Astilbe, Christrose, Dachwurz (Sempervivum), Farne, Gelenkblume (Physostegia), Heiligenkraut, Lavendel, Coreopsis, Pfingstrose, Phlox, Silberkerze (Cimicifuga), Sonnenbraut (Helenium), Sterndolde (Astrantia), Thymian.

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Erfolgsrezepte

Schneckenzäune

schnecken-1Sie sind, bei richtiger Installation, eine sichere Abriegelung gegenüber Schnecken. Es gibt spezielle Ausführungen aus Kunststoff, Metall oder Holz, die alle nach dem gleichen Abwehrschema ausgestaltet sind. Durch nach außen abgewinkelte Außenkanten können die Schnecken diese Hindernissse nicht überwinden. Tiere, die sich noch in der neu abgesperrten Zone befinden, müssen natürlich durch andere Methoden beseitigt werden.

Schneckenfeindlicher Untergrund

Schnecken bestehen zu 85 % aus Wasser und können sich nur auf entsprechend glatten, feuchten Untergründen fortbewegen. Ein rauer Bodenbelag aus Sand, Sägemehl, Pinienmulch, spitzen Steinchen oder Gesteinsmehl erschwert ihnen die Fortbewegung kolossal.

Nützlinge fördern

Auch Schnecken haben natürliche Feinde. Viele Vogelarten und vor allem der Igel sind unerbittliche Schneckenjäger. Bieten Sie beispielsweise letzteren Unterschlüpfe in Form von Asthaufen im Garten.
Wer einen größeren Garten hat, sollte sich vielleicht sogar mit der Anschaffung chinesischer Laufenten auseinandersetzen. In vielen Baumschulen werden sie bereits als Schneckenjäger eingesetzt. Sie lieben Schnecken als Delikatesse.

Bierfallen

Ein heute schon klassisches Bekämpfungsmittel sind Bierfallen. Graben Sie leere Plastikbecher außerhalb der Beete ebenerdig in den Boden ein. Füllen Sie die Becher mit Bier. Entleeren Sie die Becher regelmäßig und füllen Sie sie auf. Sie haben mit der Bierfalle im Februar und März die besten Erfolge, wenn die Tiere hungrig sind und das Nahrungsangebot im Garten noch dürftig ist. Später im Jahr lassen Schnecken das Bier oft links liegen und laben sich lieber am Blattwerk.

Pflanzenbarrieren

schnecken-4Minihecken bzw. eine flächige Bepflanzung aus Weißklee, Gartenkresse oder Gelbsenf werden von Nacktschnecken als unappetitlich eingestuft und gemieden. Auch der Duft von Knoblauch und Rosmarin hält Schnecken von Beeten fern.

Eigelege ausheben

Schnecken pflanzen sich den ganzen Sommer über fort. Jedes Tier kann bis zu 400 Eier ablegen. Dies geschieht meist häufchenweise. Falls Sie kleine weißen, düngekorngroßen Kügelchen im Garten entdecken, handelt es sich wahrscheinlich um Schneckeneier. Vernichten Sie die Eier, damit schwächen Sie die Folgegenerationen. Durch das Auflegen von Brettern können Sie sogar die Wahl der Gelegeplätze steuern. Für Nacktschnecken und ihre Brut lohnen sich solche Unterschlupffallen. Einfach kochendes Wasser über die Gelege gießen und schon haben Sie der Vogelwelt ein gefundenes Fressen aufbereitet.

Schneckenkorn

Bewährtes Bekämpfungsgift auf natürlicher Basis, das Nützlinge und Haustiere schont. Achten Sie unbedingt auf die Packungshinweise zum Ausbringen der Körner.

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Text und Zeichnungen:
Robert Markley und Birgit Vierhaus GbR, Haan.
(Veröffentlichung mit deren Zustimmung)